Sonnige Begegnungen

Der Pavillon war bereits erfüllt von warmen Reggaeklängen der Sierra Leone’s Refugee All Stars, die sich für das abendliche Konzert einspielten, als McCartha Linda Sandy-Lewis alias Calypso Rose sich im Mezzo mit einem Vodka-Lemmon aufwärmt.

Ihre Anreise war nicht ganz nach gewohnt deutscher Zuverlässigkeit gelaufen. Gerd Kespohl hatte sich mit Cecily Hermel, unserem ebenfalls aus der Karibik stammenden Vorstandsmitglied, auf den Weg zum Flughafen gemacht, um Calypso Rose abzuholen. Doch die beiden konnten sie nicht entdecken, alle Fluggäste waren bereits passiert … erst nach einer aufregenden Stunde fanden sie zwar Calypso Rose, die sich vom Flugpersonal durch einen anderen Ausgang hatte begleiten lassen. Aber ihr Gepäck war nicht mitgekommen. (Zwei Tage davor ereilte dieses Schicksal auch die japanischen Musiker Shunsuke Kimura und Etsuro Ono, deren Musikinstrumente (!) nicht mitgereist waren …) Bei den hier herrschenden eher herbstlichen Temperaturen fröstelte die überaus herzliche, freundliche Dame etwas und wurde eiligst in die Jacke von Kollegin Dagmar gehüllt. Cecily Hermel und Calypso Rose hatten dann einen lustigen Nachmittag im Mezzo, aufgewärmt von dem einen oder anderen Glas Rotwein und von vielem Lachen.

Auch die brasilianische Sängerin Badi Assad war inzwischen eingetroffen und besuchte am Abend das Konzert der Sierra Leone’s Refugee All Stars, das sich 650 Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den ergreifenden Dokumentarfilm über die Band ansahen.

Ein aufregender Tag mit afrikanisch-karibisch-brasilianischer Sonne im Pavillon, da konnte der Regen in Hannover nichts anrichten.

MASALA auf Gut Adolphshof – ein Konzert mit Hindernissen!

Gadjo – sie kamen im Sprinter aus Barcelona und wollten zum MASALA Konzert auf dem Gut Adolphshof. Auf der A 2 kurz hinter Bad Nenndorf ist ihnen der Keilriemen gerissen – nachts um halb drei. Was tun? Für eine tourerprobte Band wie Gadjo natürlich kein Problem. Kurzerhand wurde das Auto auf dem Autohof in Baringshausen abgestellt, dann gings zum Bahnhof – zwei Stunden warten bis der Zug nach Hannover fuhr. Dort schnell ins Hotel Plaza einchecken, das die Veranstalter gebucht hatten, und erst einmal ausschlafen. Am Sonntag haben Autowerkstätten auch in Deutschland geschlossen, daher mußte der Fahrdienst des Festivals die Instrumente am Sonntag morgen in Barsinghausen abholen und zum Gut Adolphshof bringen. Die 8-köpfige Band fuhr derweil mit dem Regionalexpress und erreichte pünktlich zum Soundcheck den Veranstaltungsort. Besorgte Blicke in den Himmel – in Hannover regnete es wie aus Eimern -, aber pünktlich zum Konzertbeginn riss der Himmel auf, trocknete die Liegewiesen und 400 Besucherinnen und Besucher, die vorsorglich Isomatten, Regenschirme und Aludecken mitgebracht hatten, erlebten ein beeindruckendes Konzert von Gadjo. Die Autopanne war vergessen. 10 Minuten vor Konzertende meldete sich der Regen zurück und erfrischte das Publikum, denn das Bier war in der Zwischenzeit ausgegangen. Am Montag gehts zur Reparaturwerkstatt, dann über Erfurt, die Schweiz zurück nach Barcelona.

MASALA – die musikalische Weltreise beginnt

Im Pavillon herrscht geschäftiges Treiben. Der Kleine Saal wird stilvoll hergerichtet für den Empfang der Förderer und Freunde des Festivals um 19 Uhr. Die iranischen Sängerinnen von Golbon sind bereits heute  im Pavillon und haben einen Pressetermin wahrgenommen. Sie fühlen sich sehr wohl in Deutschland, in Hannover, und freuen sich auf das Konzert morgen im Center for World Music in Hildesheim.

Die Musiker von Rosario Smowing aus Argentinien proben bereits seit dem Vormittag zusammen mit den Sängerinnen der Pinkspots aus Hildesheim/Hannover den gemeinsamen Swing und bringen eine herrlich leichte Stimmung ins ganze Haus. Aus dem Backstage kommen fröhliche Rhythmen des ungarischen Ensembles Romengo, die sich noch ein bisschen einspielen, bevor es auf der Bühne zum Soundcheck geht. Sie sind bereits gestern in Hannover eingetroffen und werden heute Abend mit neuen Klängen der Sinti und Roma das MASALA Festival eröffnen.

Morgen, am 5.7., spielt das MASALA Festival auf zwei Bühnen: Mit Golbon in Hildesheim und parallel in Hannover, zum ersten Mal im Béi Chéz Heinz -  mit Ma Valise aus Frankreich.

Der Stoff, aus dem die (Alb-)Träume sind – Talkrunde

Das h1-Fernsehen aus Hannover plant am 6.7.2012 um 14 Uhr im Kleinen Saal des Pavillons die Aufzeichnung einer Talksendung zum Thema „Der Stoff, aus dem die (Alb-)Träume sind – Mode und Entwicklungspolitik“. In der TV-Sendung diskutieren Fachleute, welche Auswirkungen Altkleidersammlungen und der Handel mit Gebrauchttextilien auf das traditionelle Textilhandwerk in den Entwicklungsländern haben und welche alternativen Wege möglich sind.

Als positives Beispiel werden Ausschnitte aus der Solomonic-Fashion-Show präsentiert, die am Samstag, dem 7.7.2012, um 21 Uhr im Pavillon stattfindet. Die Designerin und einige Models reisen hierfür schon am Freitag an.

Die Moderation der Talkrunde übernimmt Nadja Babalola. Moderatorin Sarah Leifheit wird im Gespräch mit der in Äthiopien aufgewachsenen und in Deutschland lebenden Designerin Meron Biruk die Mode der Solomonic Fashion Show vorstellen.

Und da an diesem Tag der Große Saal für das Konzert mit Rosario Smowing aus Argentinien und den Pinkspots am Freitag, 6.7.2012, vorbereitet wird – inklusive Soundcheck –, wird viel los sein im Pavillon: MASALA live!

Celebrate Hannover’s Diversity!

Über einen Zeitraum von ca. einem Jahr interviewten, fotografierten und filmten Susanne Heitz und Norman Mayers 10 kreative Einwanderer, die in Hannover leben und arbeiten.
Mehr zu dieser außergewöhnlichen Multi-Media-Foto Show, die wir sehr empfehlen können, finden Sie hier.